Für den 'Tausch von Dienstleitungen' gibt es die verschiedensten Gründe. Die grundlegende Idee ist jedoch stets, dass es ermöglicht werden soll, Dienstleistungen beziehen zu können, ohne dass dabei Geld fliesst. Dabei soll derjenige, der die Dienstleistung erbringt, dies im Unterschied zur reinen Freiwilligenarbeit nicht völlig 'unentgeltlich' tun, sondern dabei das Anrecht auf eine zeitlich gleichwertige 'Gegenleistung' erhalten.

Beim 'Zeittausch' werden Dienstleistungen anstatt mit Geld ganz einfach mit Zeit bezahlt. Die übliche 'komplementäre' Währung beim Zeittausch ist meist die 'Stunde'. Dabei ist eine Stunde immer eine Stunde, unabhängig davon, welche Leistung während dieser Zeitdauer erbracht wird. Ob es dabei um das Ausfüllen einer Steuererklärung, um Sprachunterricht, Einkaufen gehen, Einrichten eines PC oder Vorlesen geht, gemessen wird nur die dafür eingesetzte Zeit. Mit der gutgeschriebenen Zeit kann man wieder bei jemand anderem eine Leistung kaufen, bzw. die belastete Zeit kann mit einer Leistung an eine andere Tauschpartnerin «abverdient» werden.

Der Zeittausch ist auch eine Möglicheit, wie die Betreuung älterer Menschen künftig besser organisiert werden könnte: Aktive Personen betreuen ältere Menschen und lassen sich die geleistete Zeit gutschreiben. Wenn sie später selber Betreuung brauchen, können sie die gutgeschriebenen Stunden einlösen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer 4. Säule der Altersvorsorge, die aufgebaut werden sollte. Projekte, die das in kleinerem Rahmen praktizieren gibt es schon (vgl. z.B. Seniorengenossenschaft Riedlingen). In der Schweiz besteht ein erstes solches Zeitvorsorgeprojekt im Kanton St. Gallen.

   

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